 |
Einem Kameraden
Im Heer der Grabkreuze
des lichtdurchfluteten Friedhofes
in sonnendurchwobener Stille
auf heiligem, blutgetränktem Boden
wandert meine Seele zurück in die Zeit,
da dieses Feld, jetzt geometrisch
mit Holzkreuzen bepflanzt,
umgepflügt wurde, und gedüngt
mit dem Blute meines Kameraden.
Von ihm sind mir geblieben
nur zwei Stück Holz und eine Jahreszahl,
nicht sein Name, seine Liebe, seine Treue.
(Roland Frisch, 1985)
|