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Der Zauberwürfel. Kaum ein anderer Gegenstand symbolisiert so gut die frühen 80er. Überall wurde damals gedreht und geknobelt.
Per Zufall geriet ich auf den Wikipedia-Artikel über Rubiks Würfel und ich sah, dass diesem Artikel noch einige Fotos fehlen. Also Fotoleuchten, Stativ und Digitalkamera ausgepackt und die Plastik-Reste meiner Jugend herausgekramt. Hier seht Ihr die Ergebnisse meiner Fotosession.
Übrigens sind alle Zauberwürfel-Fotos dieser Seite veröffentlicht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation, so dass sie auch anderweitig verwendet werden dürfen. Dabei müssen allerdings die Lizenzbestimmungen beachtet werden. Weitere Infos finden sich unter der vergrößerten Version jedes dieser Fotos. Denn wie fast überall auf rofrisch.de lassen sich die Bilder natürich vergrößert darstellen, wenn man sie anklickt.
Das erste Foto zeigt meinen Haupt-Würfel im fertigen Zustand. Da die Lösung mir irgendwann zu einfach war ;-) habe ich die ganze Angelegenheit noch etwas schwieriger gemacht, indem ich die Lage der Mittel-Steine markiert habe - zunächst mit Filzstift, dann etwas dauerhafter mit keinen Kerben. Nur wenn die Kerben (wie abgebildet) alle zu dem entsprechend markierten Kantenstein zeigen, ist der Würfel wirklich fertig gelöst. Denn die Mittelsteine können auch verdreht zwischen den sonstigen Steinen gleicher Farbe sitzen.
 
Eine beliebte Spezialität unter Würfel-Fans waren bzw. sind bestimmte Muster. Hier sehen wir ein Schachbrettmuster, das sich ganz einfach auf allen Seiten oder nur auf zwei gegenüberliegenden Seiten erzeugen lässt.
 
Sehr beliebt sind auch Muster-Züge, die nur die Mittelsteine austauschen und den Rest des Würfels unverändert lassen. Die Version 'Gelb mit weißem Rand', die man rechts außen sieht, wird auch "Spiegel-Ei" genannt.

Die Lage der Mittelsteine zueinander ist übrigens fest und kann nicht verändert werden. Daher kommt es auch, dass bei dem Spiegelei-Muster immer zwei Seiten ohne vertauschte Mitten erscheinen.
Um zu verstehen, warum die Mittelsteine nicht beliebig zu vertauschen sind, lohnt es sich, einen Zauberwürfel einmal auseinanderzunehmen (auf eigene Gefahr...). Dazu wird (wie auf dem Foto zu sehen) die obere (hier gelbe) Schicht ein Stückchen im Uhrzeigersinn gedreht. Dann kann die rechte (hier blaue) Seite ebenfalls im Uhrzeigersinn so weit gedreht werden, dass der erste Kantenstein (hier rot-blau) zu lösen ist. Der Rest ergibt sich dann von ganz alleine.
 
Blick in einen offenen Zauberwürfel. Bei diesem Exemplar sind die nicht sichtbaren Plastikstücke praktischerweise aus hellerem Kunststoff, was ihn für diese Fotos besonders geeignet macht. Wie man sieht, sind die 6 Mittelsteine jeweils drehbar an einem Achsenkreuz befestigt. Dies ist sozusagen das Herzstück der Zauberwürfel-Konstruktion. Nun wird leicht verständlich, warum sich die Mittelsteine nicht beliebig austauschen lassen.
Die 6 Mittelsteine haben jeweils eine Farbe. Da überhaupt jeder Würfel 8 Ecken und 12 Kanten hat, gibt es außer den Mittelsteinen auch noch 8 Ecksteine (dreifarbig) und 12 Kantensteine (zweifarbig).
 Dreifarbige Ecksteine (8 Stück) |
 Zweifarbige Kantensteine (12 Stück) |

Ein näherer Blick auf die Kantensteine lässt erkennen, wie diese sich zwischen den Mittelsteinen und dem Achsenkreuz 'festhalten' können. Eine recht simple, aber geniale Konstruktion des Herrn Rubik.

Die Ecksteine halten sich sozusagen zwischen den Kantensteinen fest. So ist der Würfel in jeder Ebene verdrehbar.

Hier alle Einzelteile des Zauberwürfels auf einem Haufen. Wer meint, Auseinanderbauen und richtig Zusammensetzen sei schneller und einfacher, als einen verdrehten Würfel wieder richtig zu drehen, der hat vielleicht noch nie gesehen, wie "Würfel-Profis" den Zauberwürfel in unter 30 Sekunden lösen. Ich war damals stolz, wenn ich es unter 2 Minuten geschafft habe; heute kann ich froh sein, wenn es überhaupt noch klappt.
Varianten

Den klassischen Zauberwürfel gibt es in zahlreichen Varianten. Beispielsweise als Mini-Ausgabe, deren Bedienung schon recht 'fummelig' ist, oder als kugelförmiger (und noch kleinerer) Schlüsselanhänger, der kaum noch vernünftig zu drehen ist. Trotz Kugelform ist das mechanische Grundprinzip das gleiche wie beim Würfel. Nur dass Ecken und Kanten kaum mehr so zu nennen sind, weil sie abgerundet wurden.

Wer eine originelle Geschenk-Idee sucht, der verschenkt einen mit Fotos beklebten Zauberwürfel. :-) Dieses 'antike' Exemplar ist allerdings kaum lösbar, weil sich die vergilbten Fotos doch teilweise ziemlich ähneln und man daher kaum weiß, welcher Stein auf welche Seite gehört.

Ganz Hartgesottene bekleben ihren Würfel mit einem durchgehenden Linienmuster. Das Papp-Modell rechts zeigt, dass die Linie ohne Unterbrechung über alle Felder aller 6 Würfelseiten führt. Dieser Würfel ist nahezu unlösbar, denn zu viele Steine sehen gleich aus, obwohl sie es nicht sind. Auch mit dünn ergänzten Hilfs-Nummern auf den Flächen habe ich diesen Würfel nicht geknackt.
Walzenwürfel & Co.

Ebenfalls auf der Mechanik des klassischen 3x3x3-Zauberwürfels aufbauend sind (bzw. waren) einige Variationen des Zauberwürfels erhältlich. Während man bei dem "Walzenwürfel" (auch "Oktogon" genannt), den man links im Bild sieht, die Ähnlichkeit zum normalen Zauberwürfel fast direkt erkennt, muss man bei dem rechts gezeigten Exemplar (Name unbekannt) schon etwas genauer hinschauen. Bei ihm haben die Mittelsteine 4 Farben, und die Kanten sind (wie teilweise auch beim Walzenwürfel) zu einer einzigen Fläche abgeschrägt. Die Ecken sehen zwar nicht mehr würfelig aus, haben aber dennoch wie beim Original jeweils 3 Farben.
 
Das tückische am Walzenwürfel ist, dass er beim Verdrehen seine Form verliert und ziemlich 'stachelig' wird. Schon eine einzige Drehung quer zur Walzen-Achse zerstört die Walzenform.
 
Ab der zweiten Drehung staksen ehemals innen liegende Elemente aus dem Walzenwürfel heraus. Nach mehreren Drehungen hat man ein unhandliches Igel-Gebilde in der Hand.
2fach- und 4fach-Würfel

Bald nach dem Riesen-Erfolg des Zauberwürfels begannen findige Köpfe darüber nachzusinnen, wie man Zauberwürfel bauen kann, deren Flächen nicht auf dem 3mal3-Prinzip aufbauen. So entstand der 2fach-Würfel und der 4fach-Würfel. Auch 5er-Zauberwürfel wurden gebaut, aber ich bin schon an dem 4er-Würfel verzweifelt...
 
"Rubik's Master Cube" nennt sich die Herausforderung des Vierfach-Würfels.
Um den handlichen Zweier-Würfel zu lösen, reichen die Züge zum Verdrehen der Ecken eines klassischen Dreier-Zauberwürfels aus. Wer den Dreier kann, hat mit dem Zweier keine Probleme.
Zauberturm und Teufelstonne

Weitere Knobelspiele, die Anfang der 80er den Markt überschwemmten, waren beispielsweise der Zauberturm (links) und die Teufelstonne (rechts). Obwohl sie beide mit verdrehbaren Ringen und Kolonnen von Kugeln arbeiten, die sich verschieben lassen, sind die Lösungsstrategien grundverschieden. Mit Zauberei und dem Teufel haben sie jedoch beide nichts zu tun. ;-)

Beim Zauberturm lässt sich eine Kugel in der untersten Etage hereindrücken. Darüber wird dann die nächst höhere Kugel geschoben, so dass eine Lücke bleibt. Mit diesem freien Feld kann man nun durch Hoch- und Runterschieben von Kugeln und durch Verdrehen der Ringe die Kugeln anders anordnen. Fertig ist das Ganze, wenn alle Farben von kräftig bis blass in der richtigen Reihenfolge angeordnet sind, so wie es in der blauen Reihe auf dem Foto zu sehen ist.
Da gerade die blassen Farbtöne der Kugeln kaum zu unterscheiden sind, habe ich sie damals mit Filzstift von 'a' bis 'f' markiert. Nicht gerade schön für's Foto, aber ich zeige ja hier ohnehin 'alten Kram' und keine neuwertigen Knobelspiele.

Die Teufelstonne funktionert etwas anders. Es gibt kein freies Feld, sondern jeweils drei der insgesamt fünf Kugelreihen lassen sich durch Bewegen der durchsichtigen Kugeltonne in dem schwarzen Halter verschieben. Dadurch, dass sich immer gleichzeitig drei Kolonnen verschieben und dass sich außerdem immer nur Zweierreihen verdrehen lassen, ist die Teufelstonne wesentlich schwieriger zu lösen als der Zauberturm. Wenigstens gibt es innerhalb einer Farbe nicht noch eine bestimmte Reihnenfolge zu beachten.
Die Zauberschlange
 
Mitten im Zauberwürfel-Hype Anfang der 1980er Jahre erschien auch mit der Zauberschlange ein weiteres Spielzeug, das häufig zu den Knobelspielen gerechnet wurde, obwohl es genau genommen gar kein Knobelspiel ist, sondern eher ein Kreativitätsspiel oder "Formenbauspiel".

Die einzelnen Elemente der Zauberschlange sind 24 rechtwinklige Dreiecke, die sich gegeneinander verdrehen lassen. So hat die Schlange ein helles und ein dunkles Ende. Geliefert wird sie in Kugelform. Je nach dem, mit welchem Ende man beginnt, kann man einen hellen oder einen dunklen Ball daraus formen. Aber auch viele andere Figuren sind mit genügend Kreativität oder einem Lösungsbuch zu erzeugen. Beliebt ist beispielsweise dieser "Hund". Naja...

Wem der Hund zu brav erscheint, dem gefällt vielleicht die hier gezeigte "Kobra". Auch Straußen, Lotosblüten, Kränze, Spiralen, Schrauben und viele weitere geometrische Figuren lassen sich mit der Zauberschlange hinzaubern. Und am Ende machen wir wieder die Kugel draus und verstauen den ganzen Platik-Kram für die nächsten 25 Jahre wieder in der Kiste... :-)
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